• 7 IDEEN EIN BANDSHIRT ZU STYLEN

    7 IDEEN EIN BANDSHIRT ZU STYLEN

    Die Idee, einen Outfitbeitrag zusammenzustellen, verfolgt mich schon seit ich diesen Blog gegründet habe. Doch die Gelegenheit als Fashionbloggerin durchzustarten habe ich irgendwie verpasst, weil ich stattdessen über Musik und Bands abgegangen bin und es für mich nicht ins Bild gepasst hat, zwischendrin Style Inspirationen zu präsentieren.

    Aber ganz ehrlich – wieso eigentlich? Deshalb folgt heut ein kleines Lookbook mit unterschiedlichen Ideen, wie ein Bandshirt gestylt werden kann. Dazu bedanke ich mich bei allen Teilnehmer*innen, die ausgehend vom Herzstück , dem besagten Shirt, ein persönliches Outfit zusammengestellt haben. Lass dich inspirieren:

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  • PARCELS LIVE VOL. 1

    PARCELS LIVE VOL. 1

    „Your best day“. That’s what it said in my horoscope. On the day of the announcement, as well as on the release day of the first ever Parcels Live Album. In April the stars were in my favor, one could say. Just when I began to miss all the concerts I should’ve gone to this year, my favorite band released something. An album that makes me forget all the shit days with just one guitar line. That takes me on a voyage through synthesized spaces. That makes my legs move back and forth until the neighbors ring to join the party.

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  • PUNSCH IT BABY!

    PUNSCH IT BABY!

    Lust auf ein Heißgetränk an einem ungemütlichen Wintertag? Jetzt wo Glühwein To-Go verboten ist, muss eben der ganze Liter auf Vorrat gebrüht werden. Für die heimische Stube. Und wer noch auf der Suche nach einem Rezept ist – hier bist du genau richtig. Es folgen Zutaten für einen fruchtigen, weihnachtsgewürzten Glühwein in seiner weißen vin chaude blanc Version. Und weil das immer noch ein Musikblog ist, gibt es dazu passend eine musikalische Interpretation des Rezeptes in Form einer Playlist.

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  • KING NUN TOURTAGEBUCH: TEIL 2.2 / JÜRGEN & JAMES

    KING NUN TOURTAGEBUCH: TEIL 2.2 / JÜRGEN & JAMES

    Liverpool, 18. Februar 2020, ca. 18:30 Uhr

    Beim Gehen ziehe ich mein Handy aus der Jackentasche und drücke auf das kleine Chatsymbol. Ein weißer Hintergrund, von dem sich einige Sprechblasen abheben, leuchtet auf. Ich löse meinen Blick von dem Chatverlauf und sehe die Straße hinunter. Es nieselt leicht, in den Pfützen spiegeln sich warmgelbe Laternen. Eine Ecke weiter erkenne ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits den kleinen Pub, in dem heut Abend das Konzert stattfinden soll. 

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  • MIDNIGHT CITY

    MIDNIGHT CITY

    Es ist ja nie so komplett dunkel. Nicht in Berlin. Nicht in Kreuzberg am Fraenkelufer, wo auf der gegenüberliegenden Kanalseite die Lichter vom Klinikum am Urban im Wasser flackern. Oder kalte Laternenbeleuchtung den Weg säumt, zu dessen Rechten Gestalten an Reck und Barren turnen. Joggende mit Kopflampen durch die Nacht rennen, als würde sie nichts verfolgen, außer ihr Schatten. 

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  • FRAGEN UND FACES

    FRAGEN UND FACES

    Wann hast du dich das letzte Mal in ein Freund*innenbuch eingetragen? Bei mir ist das schon eine Weile her (siehe Titelbild; wie alt bin ich da? sechs?). Nicht ganz so lang her ist es bei den folgenden 18 Personen/Bands, die Anna und ich mit unseren Fragebögen konfrontiert haben.

    Eine kleine Erklärung: Anna führte vor einiger Zeit ebenfalls einen Musikblog und hat dort ihre Fragen Bands wie Leoniden oder Von Wegen Lisbeth vor ihrem „großen Durchbruch“ zugeschoben. Um in alten Zeiten zu schwelgen, haben wir uns kurzerhand zusammengetan und nicht nur das Freund*innenbuch wieder aufleben lassen, sondern auch musikthematisch einige Aspekte verarbeitet, die in meinen regulären Interviews eher nicht zur Sprache kommen. Wir haben den Bogen jeweils an unsere Lieblingskünstler*innen gesendet und das kam dabei raus. have fun:

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  • DEMOITIS

    DEMOITIS

    demo-itis. Durch die Nachsilbe -itis klingt es wie eine Krankheit. Infiziert mit einem Hang zur Demoversion des eigenen Songs, der es schwer macht, die finale, sauber aufgenommene Endversion zu akzeptieren. So lange wurde an dem Rohling gefeilt, man hat ihn in den Armen gehalten und gewiegt bis die Augen zufielen und nun soll man ihn wieder abgeben, um nach Monaten die Schuhe überzustreifen? Ein Phänomen, das die Liebe zum Unperfekten, Heimischen, zu Feinheiten oder kleinen Macken bezeichnet.

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  • EIN SONGBLINDDATE

    EIN SONGBLINDDATE

    Ich habe Mihanta vom Gedanken Groove Blog gefragt, ob sie die Vermittlerin für mein Songblinddate sein möchte. Mit einem „viel Spaß“ sendete sie mir sechs Titel, die in ihrer Lieblingssong-Liste auftauchen. Also folgen jetzt sechs erste Eindrücke, doch nur einen der Songs nehme ich auf ein zweiten Date mit. 

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  • EIN LIEBESINTERVIEW: DAVID UND SEINE PLATTENSAMMLUNG

    EIN LIEBESINTERVIEW: DAVID UND SEINE PLATTENSAMMLUNG

    Ein Gastbeitrag von David:

    P: Guten Morgen, gut geschlafen?

    D: Danke der Nachfrage. Sehr gut. Und selber?

    P: Wie ein Stein. Hab‘ mich kaum bewegt. Mit welcher Platte willst du in den Tag starten?

    D: Gute Frage… *fängt an sich vors Regal zu hocken und zu schauen*

    P: Na, sind es etwa zu viele?

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  • 33 RUNDEN (AUF 12 ZOLL)

    33 RUNDEN (AUF 12 ZOLL)

    Ein Gastbeitrag von Mar:

    Hallo, mein Name ist Mar und ich sammle Schallplatten. Okay zugegeben, das ist natürlich nicht alles, was ich tue, aber es macht schon einen großen Teil meines Lebens aus. Denn: Musik ist meine große Liebe. Eigentlich höre ich immer Musik, außer wenn ich schlafe oder arbeite. Eine Freundin sagte mal zu mir, ich würde Musik atmen und ich finde, das trifft es schon ganz gut. 

    Meine Liebe zu Schallplatten bzw. meine Faszination für diese Art Tonträger hat sich eigentlich schon sehr früh herauskristallisiert. Meine Eltern haben mit mir viele Märchenplatten gehört und ich saß immer mit großen und leuchtenden Augen da, wenn Papa seine Platten vorsichtig aus der Hülle nahm und auflegte. Er hat übrigens immer noch den gleichen Plattenspieler, der nach wie vor reibungslos funktioniert, nur viel seltener in Betrieb ist. 

    Platten haben mich auch von der Haptik her immer deutlich mehr interessiert als CDs. Mein erster eigener Discman war dennoch eines der besten Geschenke, die ich je bekommen habe. Es gab keinen Tag, an dem ich ihn nicht mit in der Schule dabei hatte, um auf dem Weg und in Pausen Musik zu hören bis zu meinem ersten MP3-Player der genau 256 MB Speicherplatz hatte. Und auch wenn der Fortschritt der Technik mich diesbezüglich immer noch täglich auf dem Smartphone und mit Spotify begleitet, ist die Schallplatte nach wie vor mein liebster Tonträger. 

    Für mich hat das Hören von Schallplatten immer etwas sehr Aktives, Bewusstes und Entschleunigendes. Anders als bei CDs oder digitaler Musik gibt es keine Möglichkeit, einfach so auf Knopfdruck einen Song zu skippen. Außerdem wirken die Cover auch deutlich beeindruckender im Vergleich zur CD. Allein aufgrund ihrer Größe. Mit Schallplatten verbinde ich auch ein Gefühl von Gemütlichkeit.

    Die Entscheidung, welche Platte ich auflege, treffe ich deutlich bewusster als die, welche Playlist ich höre. CDs kaufe ich, wenn überhaupt nur noch, um sie zu verschenken. Für mich selbst hat der Datenträger mittlerweile überhaupt keine Bedeutung mehr.

    Seit gut sieben Jahren sammle ich nun Schallplatten und aktuell besitze ich um die 335. Neue Veröffentlichungen kaufe ich generell auf Vinyl. Wird ein Album nicht auf Platte veröffentlicht, dann kaufe ich es digital, bevorzugt über Bandcamp. Vor allem, weil ich mit meinem Musikkonsum natürlich auch die Bands und Künstler_innen unterstützen will.

    Musik zu besitzen ist ein Privileg, welches ich sehr schätze und dessen ich mir auch sehr bewusst bin. Spotify bietet vor allem Zugang zu einer unendlich großen Musikbibliothek, die es mir ermöglicht meinen musikalischen Horizont stetig zu erweitern und somit neue Bands, Alben und Songs für mich zu entdecken. Wenn mir gefällt, was ich höre, dann wandert es früher oder später definitiv auch in physischer Form in meinen Plattenschrank. 

    Ordnungssysteme

    Wie behält eins bei einer steigenden Anzahl von über 300 Platten den Überblick, fragst du dich vielleicht. Nun, das ist eigentlich ganz einfach: Ich arbeite im Bibliothekswesen und auch meine Platten sind überwiegend nach bibliothekarischen Regeln sortiert. Ich würde sogar behaupten, dass mein Plattenschrank der ordentlichste Bereich meiner Wohnung ist. 

    Im ersten Schritt unterteile ich nach Format, weshalb LPs (12″), EPs (10″) und Singles (7″) getrennt stehen. Innerhalb jeder Formatgruppe ordne ich alphabetisch nach Interpret_innen. Nach bibliothekarischem Regelwerk bedeutet das, dass Die Nerven unter N zu finden sind, genau wie auch das Album von Billy Nomates. Weder Artikel noch Vornamen (selbst bei Pseudonymen) werden in die Sortierung einbezogen.

    Die einzelnen Veröffentlichungen von Bands/Künstler_innen sind chronologisch sortiert. Sampler stelle ich entweder zu den Künstler_innen, wegen denen ich sie gekauft habe oder sie werden unter dem ersten Buchstaben des Titels einsortiert. Songs That Saved My Life steht also unter S und Von Heimat kann man hier nicht sprechen unter V. Der Harbinger Sound Sampler steht jedoch bei K – hinter Karies. 

    Wenn ich gefragt werde, ob ich eine bestimmte Platte besitze, kann ich allerdings auch antworten ohne nachschauen oder überlegen zu müssen. Jede einzelne Veröffentlichung und/oder Pressung meiner Sammlung aufzuzählen wäre hingegen eine größere Herausforderung. Discogs ist natürlich auch eine Hilfe. Auf der Plattform kann eins nicht nur Platten kaufen und verkaufen, sondern auch die eigene Sammlung katalogisieren, was ich tatsächlich auch sehr gewissenhaft mache. 

    Die erste selbstgekaufte Schallplatte

    Ich war glaube ich ca. 16 Jahre alt, als ich mein Taschengeld eines gesamten Monats für Californication von den Red Hot Chili Peppers ausgegeben habe. Weil ich das Album sehr mochte und weil ich das Cover auch unfassbar faszinierend fand, was auf LP Größe nochmal deutlich beeindruckender war. Es ist dem Cover mittlerweile auch deutlich anzusehen, dass sie mich nun schon mein halbes Leben begleitet. 

    Die wertvollste Platte in meiner Sammlung

    Wert lässt sich auf verschiedene Arten definieren. 

    Die emotional wertvollste ist für mich definitiv Der Traumzauberbaum. Die Amiga Pressung von 1983. Also eine Platte, die älter ist als ich, die meine Kindheit maßgeblich geprägt hat, die ich immer noch gerne höre, bei der ich jedes einzelne Lied mitsingen und alle Dialoge mitsprechen kann. Mein Papa hat sie mir zum Einzug in die erste eigene Wohnung aus seiner Sammlung vermacht und ich hüte sie wie einen Schatz.

    Die seltenste und damit auch tatsächlich finanziell gesehen wertvollste Platte in meiner Sammlung ist die Sommerzeit Traurigkeit 7″ von die Nerven. Ein Cover von Summertime Sadness von Lana del Rey. Es gibt sie nur 30 mal. Sie war ein Geschenk, das mich sehr zu Tränen gerührt und meine Die Nerven-Sammlung vervollständigt hat. 

    Live-Alben

    An Live-Alben scheiden sich auch die Geister. Die einen finden sie gut, andere vielleicht eher überflüssig. Für mich war der Kauf von Live-Alben bisher vor allem ein Weg, die Sammlungen einzelner Bands zu vervollständigen. Aufgelegt habe ich sie bisher nur sehr selten. Es gab eigentlich nur eines, das ich wirklich regelmäßig gehört habe. Aber dieses Jahr ist alles anders.

    Gerade in Zeiten von Corona ist es mir besonders wichtig Musiker_innen und Bands mit dem Kauf ihrer Musik, egal ob Live oder im Studio aufgenommen, zu unterstützen. 

    Wem fehlen sie nicht, die Liveshows der Lieblingsbands, das Gefühl von Extase, Freiheit und Glück. Ich habe im Laufe diesen Jahres tatsächlich häufiger zu Live Alben gegriffen, wenn ich Platten aufgelegt habe. Sie können ein echtes Konzert natürlich keinesfalls ersetzen, aber zumindest kurzzeitig die Atmosphäre andeuten, die sonst in den großen und kleinen Clubs des Landes herrscht. Ich war ganz froh, eine gewisse Auswahl an Live Aufnahmen zur Hand zu haben. Unter anderem von Beatsteaks, Foo Fighters, Gisbert zu Knyphausen, Die Nerven, Talking Heads und relativ neu auch von Dream Wife.

    Der letzte Neuzugang

    Mit der neuesten Platte in meiner Sammlung ist auch gleich ein neuer Künstler in meinen Plattenschrank gezogen. Wundersam, das Debüt von Timbeau ist super groovy, unfassbar tanzbar. Ein Album das viele Themen anspricht, aber vor allem auch einen guten Angriff auf meine schlechte Laune darstellt. Es fühlt sich außerdem sehr gut aufgehoben zwischen Talking Heads und Tocotronic. 

    Female is not a genre // Diversity

    Wie oft muss eins unter Youtube Videos von Bands, die all female bzw non male sind, Kommentare wie „I don’t listen to Girlbands“ oder „They are good – for girls“ lesen. Erste lesen sich, als würde jemand sagen „Also NE mit VOLKSMUSIK kann ich ja so gar nichts anfangen!“ Female is not a genre! Der Vergleich ist also mehr als nur schlecht. Es gibt Genreübergreifend viele tolle Bands mit starken Front-Frauen, & -Personen. Es gibt fantastische Schlagzeuger_innen, Bassist_innen, Gitarrist_innen, Musiker_innen. Frauen & nicht-männliche Personen sind nicht nur Sänger_innen von Bands, die ansonsten komplett (cis) männlich besetzt sind.

    Und auch wenn wir auf einem guten Weg sind, werden Musiker_innen, die nicht (cis) männlich sind nach wie vor benachteiligt, von oben herab oder gar so behandelt, als könnten sie ja eh keine Ahnung davon haben, was genau sie eigentlich tun wenn es um Instrumente und Technik geht. 

    Männerbands (Wer Girlbands sagt muss auch Boybands sagen!) sind immer noch viel präsenter und bekommen größere Bühnen und Plattformen geboten. Wer das nicht glaubt, braucht sich doch nur einmal die Line-Ups großer Festivals der vergangenen Jahre anzuschauen. Da reicht ein Blick, um das starke Ungleichgewicht wahrzunehmen. Das liegt übrigens so ganz und gar nicht daran, dass es keine Bands gäbe, in denen Männer gar keine Rolle, oder eben in diesem Fall – Instrumente –  spielen. Es liegt an struktureller Benachteiligung, wie in (fast) allen anderen Bereichen der Gesellschaft auch. Wer auf der Suche ist, wird auch fündig, muss sich aber selbst mehr dafür ins Zeug legen, leider. Und auch hier sind Streamingdienste, Schwarmintelligenz in Form von Playlisten und Empfehlungen von Vorteil, aber in meinem Empfinden noch lange nicht genug. 

    Und auch in meinen Plattenschrank herrscht nach wie vor ein ziemliches Ungleichgewicht, das muss ich leider zugeben. Es gibt noch einiges zu tun, für die Industrie, Booker_innen, die Gesellschaft und jede_n Einzelne_n von uns.

    Ich habe dieses Jahr erstmals in einer Statistik erfasst, ob die Bands, deren Platten ich gekauft/geschenkt bekommen habe „all male“/“gemischt“/“non male“ sind. Ich habe einen stärkeren Fokus darauf gelegt Bands und Künstler_innen zu unterstützen, die eben nicht ALL MALE besetzt sind und dennoch führt diese Kategorie das Rennen an (Schönen Dank auch, Tocotronic!!!).

    Zeitgleich habe ich aber auch viel tolle neue Musik für mich entdeckt, die in die Kategorie „non male“ fällt und aus der auch einige in den Plattenschrank eingezogen sind: Julien Baker, Bleached, Dives, Georgia Maq (Sängerin & Gitarristin von Camp Cope) und Wilhelmine, um nur einmal ein paar Beispiele zu nennen. Außerdem gab es in diesem Jahr auch neue Alben von u.a. Muncie Girls, Dream Wife, Haim und Martha Rose. 

    Leidenschaft besiegt Vernunft

    Als ich anfing Platten zu kaufen, war ich der festen Überzeugung, ich bräuchte definitiv nicht mehr als eine Pressung pro Veröffentlichung in meinem Plattenschrank. Aber wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bei meinem Lieblingsalbum von Die Nerven, das 2014 erschienene FUN, komme ich mittlerweile auf 3 verschiedene Pressungen/Versionen. Dazu sollte vielleicht erwähnt sein, dass sie sich im Cover und/oder der Vinyl-Farbe unterscheiden. 

    Diejenigen, die sich ein wenig mit Schallplatten auskennen, wissen, dass schwarzes Vinyl zwar immer noch überwiegend der Standard ist. Es gibt aber längst die unterschiedlichsten Farben, zum Teil auch in einer Platte. Und wenn jede Nachpressung in andersfarbigem Vinyl herausgebracht wird, kann eins eben doch auch mal schwach werden. Gerade bei Alben, die eins sehr liebt. 

    Generell versuche ich meinem Herzen zu folgen, gerade auch was die Anschaffung von Platten angeht. Gerade weil Musik eine unendliche Quelle ist, weil es immer und immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Das ist vielleicht auch etwas, was Musik für mich so unfassbar faszinierend macht. Ich empfinde jede neue Platte, jede neue Band und Künstler_in als eine Bereicherung. Nicht nur für meine Plattensammlung sondern mein Leben allgemein. Wenn Musik es schafft mich zu berühren oder zu bewegen, ist es ganz egal, welchem Genre sie zuzuordnen ist. Ich lege mich da nicht fest, warum auch? Damit würde ich mich ja nur selbst limitieren. 

    Ein Song der groovy Basslines hat geht mir aber schon deutlich schneller ins Ohr und die Beine, was vielleicht auch daran liegt, dass ich selbst Bass spiele und das Instrument, warum auch immer, so underrated ist. Aber ich schweife ab, darum soll es ja hier gar nicht gehen. 

    Ich bin ein Mensch, der Musik sehr bewusst konsumiert. Ein Mensch, der weiß, wie viel (mehr) Arbeit in einem Song steckt, der uns vielleicht nur 4 Minuten begleitet. Ein Mensch der wertschätzt, was im Verborgenen passiert, lange bevor wir die Alben, EPs und Singles in den Händen halten & die Songs in den Ohren haben. Für mich trifft all diese Arbeit an Musik, Artwork und Veröffentlichung haptisch am schönsten bei Schallplatten aufeinander. 


  • EINUNDZWANZIG

    EINUNDZWANZIG

    Eine Playlist. Mal wieder. Doch einundzwanzig folgt keinem Muster wie sonst. Sie spiegelt keine spezielle Stimmung oder einen Zeitabschnitt wieder. Sondern ist eine Sammlung von über hundert Songs, alt und neu, schon tausende oder erst ein einziges Mal gehört, Elvis und Juju, Sommer und Winter. Hör sie an einem Arbeitstag für den besten Mix an Hits oder nicht. Lass sie als Hintergrundmusik beim gemeinsamen Essen mit den Mitbewohner*innen laufen. Gartenrunde 2.0, nur ohne Garten und drei Jahre älter. Wer keine Lust auf Weihnachtslieder im Radio hat oder für die rhythmische Tanzgymnastik einen Soundtrack sucht. press play


  • EIN NACHTGEDICHT

    EIN NACHTGEDICHT

    in der Stadt ist Nacht

    der Mond hell

    es spielt ein Lied

    und jeder Schritt

    ein Beat

    auf regennassen Pflastersteinen

    schmatzt welkes Laub

    unter den Sohlen

    Hände in den Taschen

    ein Lied in den Ohren

    und der Herzmuskel

    pumpt in BPM

    von Dunkelheit verschluckt

    sind nur Schatten zu erkenn‘

    vor denen

    glimmende Zigarettenstummel

    schweben

    es spielt ein Lied

    und alle Stimmen im Chor

    während die Stadt

    in der Nacht

    an Lautstärke verlor

    zuckende Straßenlampen

    spenden spärliches Licht

    und ich denke an nichts

    nicht mal

    an dich


  • STARZ

    STARZ

    Ein Klavier. In einer verlassenen Bar bevor das Licht endgültig ausgemacht, die Tür verschlossenen wird. Die schwebenden Akkorde geleiten nach draußen. Es ist eine kalte Winternacht. Straßenlaternen spiegeln sich in gesichterlosen Schaufenstern. Hier und da hängt ein Lichterkettenregen vom Balkon, die Füße tragen mich darunter hindurch. Und eine sanfte Stimme flüstert in Gedanken.

    Der Verkehr auf den Straßen rückt in den Hintergrund, wird zu einer entfernten Brandung. Hier sehe ich nur abgestellte Fahrräder am Bordsteinrand, weiß gemustert vom Reif. Ein metallischer Geschmack liegt auf der Zunge. Ein bisschen bitter. Melancholie streift um die Häuserecken, denen ich mich mit jedem Schritt nähere. Eingehüllt in wärmende Stoffschichten. Zuerst erreicht die Melodie nur zurückhaltend mein Ohr. Wird dann zur treibenden Kraft.

    Das Herz pocht in regelmäßigen Abständen. Manchmal fragt man sich für wen? Manchmal vermisse ich den dicht besetzten Sternenhimmel im Lärm der Stadt. Die Zeit spielt keine Rolle, wenn ich mich in den Gedanken verrenne. Stimmen addieren sich zu einem Chor und getragen von dem süßen Gesang, schimmernd wie gold-flüssiger Honig, hebe ich ab. Immer weiter dem Nachthimmel entgegen.

    Die Laternen werden kleiner, bis sich nicht nur über, sondern auch unter mir ein Sternenteppich ausrollt. Flackernde Neonschilder werden zu blinkenden Knöpfen und Anzeigen in meinem Raumschiff, das schwerelos durchs Dunkel gleitet. Ein dumpfer Klang und glitzerndes Rauschen füllt den luftleeren Raum. Doch es kommt nicht von Außen. Ohne Steuermensch bewegt sich das Gefährt durch eine turbulente Vorstellung. Dann in der Ferne eine Landebahn. Zwischen willkürlich platzierten Lichtern setzt das Raumschiff zur Landung an, die Maschinen verstummen.

    Danke an René für die vom Song Starz inspirierten Polaroid-Fotos!


  • WUNDERSAM

    WUNDERSAM

    Es fängt an mit einem mittel-zackigen Beat, mit einem Rutsch auf dem Kartoffelsack diese blaue Wellenrutsche hinunter. Direkt in die wolkenlose Kulisse einer Mittwochnachmittags-Seifenoper. Der Bass beobachtet mit Misstrauen die Szene, während Finger über Gitarrensaiten tanzen und eine Stimme aus dem Off dem Geschehen ihre nüchtern-komische Beschreibung anfügt. Bis das Becken dreimal schellt und unter Synthiebeschuss der erste Song und die erste Single vom Wundersam Album langsam ausblendet.

    Melodram ist der Auftakt vom musikalischen Debüt Tim Bohner’s als Timbeau. Einer von acht Tracks, die am 27. November 2020 veröffentlicht wurden. An einem grauen Freitag, der die schwungvollen, süßen Melodien des Albums aufatmend mit jeder Pore aufsaugte wie ein trockener Schwamm die Flüssigkeit. Denn die Musik von Timbeau ist wie eine Erinnerung. Eine schöne, die ich mir partout nicht mehr vor Augen führen kann. Doch das Gefühl von Sonnenschein auf der Haut und Leichtigkeit im Gang ist präsent mit jeder spacigen Melodie und endlosem Raumhall.

    Gleich der zweite Song hüllt mich in einen rauschenden Synthetik-Klang. Wo das Echolot und Metronom den Sound um ein beispielhaftes Piepsen und Klopfen ergänzen, die im Kopf eine Geräuschkulisse bauen, über Keys und Gitarren hinausgehend. Das Bieder im Chorus mutet kurzzeitig wie ein Beat it von Michael Jackson an. An dessen Stelle tritt bald ein verrücktes Lachen und laut ausgesprochene Gedanken. Sonnenstich folgt mit heller Gitarre und einer Bassline, die nach vergangenen Festivalsommern mit Parcels Auftritten sehnen lassen. Ein Wassereis und Sonnencreme. Oder Quark und Tränen. Auf jeden Fall ein Schritt nach dem anderen, während ich mir das Album beim Spaziergang anhöre.

    Wieder diese entfernte Erinnerung, als der nächste Song einsetzt. Wie Orgelpfeifen. Ich spule zurück zum Anfang. Ein langanhaltender, weicher Ton aus einer anderen Galaxie. Bitte, kann dieses Intro die Titelmelodie meiner nächsten Lieblingsserie werden? Ein Flug durch Raum und Zeit. Und da die Traurigkeit.

    Dann der Titelsong. Er fädelt sich wie Zuckerwatte in einer taumelnden Bewegung zu Wolken aus klebrig und zugleich schwebend leichtem Sound auf. Schmeckt wie diese grün gefärbte Zuckerwatte mit Pfefferminzaroma, die ich bei einem Badeurlaub in Ungarn vor zehn Jahren unter flirrender Hitze bei einem kleinen Fahrradstand kaufte. Dann quer über die überfüllte Liegewiese zum ausgebreiteten Handtuch trug, auf dem meine Schwester lag, die lieber eine Watte mit Himbeergeschmack gehabt hätte. 

    Einen Schritt nach dem anderen, während ich mir das Album anhöre. 1, 2, 3 und Walzerschritt. Schlendrian. Die Ampelmenschen tanzen in rot und grün zur Abschlussballmusik. Bevor der träge-schlendernde Rhythmus zu Hummeln und Bienen wird. Zu So schön allein tanzt es sich am besten im verlassenen Zimmer. Ohhhhohoh und die Arme nach oben, beim Konzert würden nun alle klatschen auf 1, 2, 3, 4. Und schon beginnt der letzte Song des Albums, das Timbeau im Zimmer seiner Wohngemeinschaft aufgenommen hat. Ein letztes Souvenir von der Reise durch den Weltraum oder klingelnden Sternen, fernen Galaxien. Eine schöne Erinnerung. 


  • MISE-EN-SCÈNE

    MISE-EN-SCÈNE

    Meine Lieblingsmusikvideos. Es war doch schwerer als gedacht, sie (vorerst) auf zehn zu reduzieren. Und jeden Tag fällt mir ein neues Bewegtbild ein, das unter die Kategorie „sehenswert“ fällt. Weil dieser Beitrag dafür zu klein und youtube hingegen so groß ist, habe ich einen abgefreakt.de Kanal eröffnet. Darauf findest du Playlisten mit den schönsten Videos. Hier gelangst du dorthin. Für alle, die gern Musikvideo-Abende mit Popcorn und Freund*innen veranstalten. Oder die alten MTV Countdowns vermissen. Doch nun erstmal zu einer ersten (Aus-)Wahl:

    The Ninth Wave – Human Behaviour

    Jungle – Smile

    Connie Constance – Monty Python

    DISSY – cotazur

    Parcels – Withourwithout

    Denai Moore – Cascades

    LAUREL – Best I Ever Had

    Sundara Karma – A Young Understanding

    Cage The Elephant – Black Madonna

    Mint Royale – Blue Song