BUCHEMPFEHLUNGEN APRIL 2021

A ram sam sam! A ram sam sam! Kuni kuni kuni kuni ram sam sam! A ka yéh joopi a ka yéh! A roo a roo a ni ki chi!

Eine Aneinanderreihung von Silben, die einigen so ähnlich aus einem marokkanischen Kinderlied bekannt sein dürften. Jedenfalls ist es dieses Kinderlied, was zum Refrain von Wordy Rappinghood der Band Tom Tom Club inspiriert hat, wie Chris Frantz in seinem Buch auf Seite 279 beschreibt. „Remain In Love“ ist der Titel der Autobiografie eines Musikers, der nicht nur Gründungsmitglied des Tom Tom Clubs, sondern auch Drummer der Band Talking Heads ist. Auf insgesamt um die 400 Seiten beschreibt Chris Frantz sein Leben – von der Kindheit über das Kunststudium zur Bandgründungen und darüber hinaus seine ständig begleitende Liebe zu Tina Weymouth, der Bassistin von Talking Heads. Er nimmt mit auf eine Tour von Konzert zu Konzert, die an jedem Abend in einer anderen Stadt Halt macht. Und schreibt lebendig von all den Begegnungen mit Musiker*innen, die auf diesem Weg passieren, von Albumsessions und Stress mit der Band, von Lichtblicken, einem Leben für die Musik. Ich finde es wieder einmal absolut faszinierend und gleichzeitig inspirierend, wie er sein Ziel Musik zu machen so beharrlich verfolgt und sein persönliches „living the dream“ zur Realität wird. Im Hinterkopf habe ich beim Lesen das Buch von Talking Heads Bandkollege David Byrne („How Music Works“), was zu einigen Überraschungen führt, da sich beide Werke ergänzen, neue Sichtweisen aufzeigen und an manchen Stellen vielleicht auch widersprechen.

Eine weitere Liebesgeschichte gibt es zwischen den Seiten des Buches „Fotzenfenderschweine“. Hier gibt die ehemalige Sängerin der Lassie Singers, Almut Klotz, Einblick in ihre turbulente Beziehung zu Reverend Dabeler. Darin gibt es einige Tiefen, Höhen und auseinandersetzende Diskussionen, die die beiden eigensinnigen Charaktere sehr ehrlich darstellen. Allgemein ist der Schreibstil von Almut Klotz unverblümt und die Geschichte leider nur ein Fragment, da die Autorin vor ihrem Tod nicht dazu kam, das Buch zu vollenden. Auch wenn es so sehr kurzweilig bleibt, gibt es doch einige Stellen zum Schmunzeln und vor allem Nachdenken über Themen, zu denen Reverend scheinbar eine sehr provozierende Meinung hegt. Obwohl die Indie Musikszene, der Almut angehörte, angesprochen wird, steht doch die Liebesgeschichte im Vordergrund.