STARZ

Ein Klavier. In einer verlassenen Bar bevor das Licht endgültig ausgemacht, die Tür verschlossenen wird. Die schwebenden Akkorde geleiten nach draußen. Es ist eine kalte Winternacht. Straßenlaternen spiegeln sich in gesichterlosen Schaufenstern. Hier und da hängt ein Lichterkettenregen vom Balkon, die Füße tragen mich darunter hindurch. Und eine sanfte Stimme flüstert in Gedanken.

Der Verkehr auf den Straßen rückt in den Hintergrund, wird zu einer entfernten Brandung. Hier sehe ich nur abgestellte Fahrräder am Bordsteinrand, weiß gemustert vom Reif. Ein metallischer Geschmack liegt auf der Zunge. Ein bisschen bitter. Melancholie streift um die Häuserecken, denen ich mich mit jedem Schritt nähere. Eingehüllt in wärmende Stoffschichten. Zuerst erreicht die Melodie nur zurückhaltend mein Ohr. Wird dann zur treibenden Kraft.

Das Herz pocht in regelmäßigen Abständen. Manchmal fragt man sich für wen? Manchmal vermisse ich den dicht besetzten Sternenhimmel im Lärm der Stadt. Die Zeit spielt keine Rolle, wenn ich mich in den Gedanken verrenne. Stimmen addieren sich zu einem Chor und getragen von dem süßen Gesang, schimmernd wie gold-flüssiger Honig, hebe ich ab. Immer weiter dem Nachthimmel entgegen.

Die Laternen werden kleiner, bis sich nicht nur über, sondern auch unter mir ein Sternenteppich ausrollt. Flackernde Neonschilder werden zu blinkenden Knöpfen und Anzeigen in meinem Raumschiff, das schwerelos durchs Dunkel gleitet. Ein dumpfer Klang und glitzerndes Rauschen füllt den luftleeren Raum. Doch es kommt nicht von Außen. Ohne Steuermensch bewegt sich das Gefährt durch eine turbulente Vorstellung. Dann in der Ferne eine Landebahn. Zwischen willkürlich platzierten Lichtern setzt das Raumschiff zur Landung an, die Maschinen verstummen.

Danke an René für die vom Song Starz inspirierten Polaroid-Fotos!

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